Reise blog von Travellerspoint

Zweite male...

Und Peinlichkeiten

storm 33 °C

Ich habe mal wieder auf mich warten lassen. Ich hoffe ihr bleibt meinem Blog trotzdem treu! Weitere zwei Wochen sind vergangen und ich möchte euch nicht vorenthalten, was hier so passiert. Formalitäten zuerst: Es regnet. Und zwar viel. Trotz Dauergewitter bleiben die Temperaturen über 30°. Irgendwie scheint es den Chinesen aber nicht zu stören. Der Deutsche dagegen (in diesem Fall ich) verwandelt sich nach guten 30 Schritten ohne Aircon zu einer wandelnden Pfütze. Der „Nasszustand“, komme er jetzt aus dem Himmel oder von der Hitze ist also Normalität. Geht’s euch in Deutschland (oder Schweden, Spanien oder WoimmerdugeradebistVicki) auch so?
Aber genug vom Wetter. Vor einiger Zeit haben wir einen mongolischen Arbeitskollegen verabschiedet, da er nun ein anderes Projekt betreut. Dazu trafen wir uns in der Lobby des Fudu Trader Hotels. Was ich nicht wusste, es handelt sich dabei um ein unglaublich feines 5 Sterne Hotel. Manche behaupten, ich mache mir nicht sehr viele Gedanken über mein Outfit. Nunja, das stimmte leider auch diesmal. Mit T-shirt und leicht dreckiger Jeans (von der Baustelle) war ich hoffnungslos underdressed. Mein Glück war, dass sich Westler anscheinend sehr viel erlauben dürfen. Ich wurde also nicht darauf angesprochen oder Ähnliches. Ein komisches Gefühl zwischen den ganzen Anzügen und Hemden war es trotzdem. Es war ein schöner Abend mit Livemusik, Bier und interessanten Gesprächsthemen. Unter anderem lernte ich viel über die Wolfsjagd in der Mongolei. Wie angekündigt, möchte ich diese Tipps auch an euch weitergeben.
Zunächst sollte das Fortbewegungsmittel gewählt werden. Bequeme Menschen bevorzugen hier den Helikopter. Etwas abenteuerlicher wird’s mit dem PKW. Und echtes Jagdfeeling kommt auf dem Rücken eines Pferdes auf. Als Waffe empfiehlt sich ein (in der Mongolei) handelsübliches AK-47 Sturmgewehr. Zu Pferde eignet sich ein Speer mehr.
Nun Zur Tat! Wölfe mit dem Helikopter zu jagen ist nicht sonderlich schwierig. Man fliegt hinterher… und schießt. Angeblich schaffen es einige Wölfe sich hinter Telefonmasten in der mongolischen Steppe zu verstecken und so außer sich zu bleiben.
Mit dem Auto kann man kann man sich einer List bedienen. Wenn man den ungefähren Aufenthaltsort der Wölfe kennt, beginnt man damit, sie in einem weiten Bogen zu umfahren. Man zieht die Kreise um die Wölfe immer enger. Die Tiere werden die Spur des PKW’s nicht überqueren. In diesem Kreis gefangen, kann man sich den Wölfen bis auf Schussweite nähern.
Das Jagen beim Reiten erfordert das meiste Geschick. Zunächst sollte man wissen, dass wenn Wölfe ihre Beute jagen, sie nur von einer Seite attackieren können. Das entspricht etwa dem Links- oder Rechtshänder bei uns Menschen. Es bedeutet also auch, dass ein Wolf auf der Flucht sich nur zur einer Seite (durch beißen) verteidigen kann. Da man selbst und das Pferd natürlich unversehrt bleiben sollen, muss man herausfinden, um welche Seite es sich handelt. Der Wolf wird sich auf der Flucht regelmäßig über die Schulter umsehen. Dies ist also die Seite die man meiden sollte.
Sehr nützliche Tipps, wie ich finde. Also dann: Waldmannsheil!
Ich habe mir letzte Woche zum zweiten mal ein Fahrrad gekauft. Diesmal mit mehr Erfolg. Nach langer erfolgloser Suche nach second-hand bikes habe ich doch wieder ein Fahrrad in einem Supermarkt gekauft. Diesmal habe ich tiefer in die Tasche gegriffen und ein ganz passables Exemplar erstanden (etwa 45 Euro). Natürlich habe ich es auch sofort kreuz und quer durch die Stadt geritten! Ein riesen Spaß! Was man alles dabei zu sehen bekommt, ist fantastisch: Hunderte dicke Libellen, improvisierte Hütten, abenteuerliche Kochstätten, faule, dicke, dünne, nackte, lustige, ernste, alte, junge, faule, geschäftige, arme, noch ärmere, trotzdem glückliche Menschen bei den sonderbarsten Aktivitäten. Habe leider nicht allzu viele Bilder geschossen:
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Nächstes Wochenende geht’s mit dem Rad zum Yangtse! 15 km sind das in etwa. Diesmal etwas ländliche Gebiete.
Ebenfalls zum zweiten mal war ich letzten Sonntag wieder in Shanghai. Wieder unterwegs mit 2 Philipinos. Diesmal bin ich Samstag abend hingefahren und Sonntag abend wieder zurück. Ich hatte ein kleines Hotelzimmer mit allem drum und dran. Der vermeintliche Panoramablick durchs Fenster (an der Wand war ein riesiger Vorhang) entpuppte ich jedoch als… grüne Wand! Wer hängt denn bitte nen Vorhang auf, wenn dahinter kein Fenster ist?! Chinesen sind komisch.
Ich bin jedes mal begeistert von der Stadt. So viel Leben auf den Straßen, so tolle Gebäude… Und wenn es dunkel wird, hat jedes Hochhaus eine individuelle kunterbunte dynamische Beleuchtung, die fröhlich auf dem schmalen Grad zwischen Kitsch, Irrwitz und Schönheit balanciert! Auf jeden Fall ein Blickfang! Tja, was habe ich gemacht… Ich habe mit Straßenhändlern um die Wette gefeilscht, Shanghais berühmte Dumplings gegessen und auf Gottes eigenem Flaschenöffner gewandelt (aka World Financial Center). Außerdem wurde ich ab und zu von kichernden Mädchen vor die Kamera gezerrt. Europäer sind hier halt auch eine Attraktion. Hier ein paar Bilder:
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Zum Schluss möchte ich auf ein Phänomen auf der Baustelle eingehen. Vielmehr war es ein doch sehr sonderbarer Moment: Ich ging meiner Arbeit nach (kraxelte auf der Baustelle durch Stahl und Beton) und kam unverhofft mit einem jungen Chinesen ins Gespräch. Wir redeten über dies und das und natürlich über das Projekt. Auf einmal erriet er, dass ich Deutscher bin. Ich fragte, woher er das wisse. Er darauf, ich sei sehr „handsome“. Wie bitte?! Leicht peinlich berührt brachte ich ein „…ähm… thank you“ heraus. Das Kompliment erwidern erschien mir unpassend. Und tatsächlich, hier und da scheint ein homoerotischer Hauch über die Baustelle zu wehen (siehe Bild).
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Alles natürlich nur Spaß, komisch wars trotzdem :D
Verkehrsregel der Woche: Auf der Linksabbieger Spur lassen sich prima die Trottel überholen, die noch auf das grüne Licht zum geradeausfahren warten (wenn man selbst auch geradeaus fahren will)
Unfallcoounter: 7
Ein Blick auf die Uhr verrät, ich muss dringend ins Bett. Dann werden die Kröten im Supermarkt leider aufs nächste mal verschoben.
Machts gut und bis bald!

Eingestellt von JonInAsia 08:00 Archiviert in China Kommentare (0)

Mang Niu

Die Bestie

sunny 37 °C

Nach kleiner Pause melde ich mich zurück aus China. Hier hat sich so etwas wie Alltag für mich eingestellt, weswegen ich länger nichts geschrieben habe. (Naja eigentlich war ich zu faul…).
Wie dem auch sei, ich möchte aus aktuellem Anlass mit einer Beschwerde beginnen. Heute Morgen um 5.40 Uhr, wohlbemerkt ein Sonntag, riss mich ein unglaublicher Knall aus dem Schlaf. Was war passiert? Nach Gewitter klang es nicht. Waren die Mongolen wieder einmal über die Mauer gekommen und fielen in die Stadt ein? Noch im Halbschlaf erfolgte die zweite Explosion. Ich spürte sie am Bettgestell. Ihr folgten das Tatüü und Uiuiui zahlreicher Auto und Rolleralarmanlagen. Langsam begriff ich: Es war mal wieder ein Feuerwerk. Es ist nicht so, dass ich mich nicht schon daran gewöhnt habe. Sowas bekomme ich hier mindestens vier mal am Tag mit (letzten Sonntag sieben mal noch vor elf Uhr morgens). Doch so laut habe ich es bisher noch nicht erlebt. Und was wird bitte Sonntag morgen um 5.40 Uhr gefeiert? Unverschämtheit.
Und wo wir gerade bei Beschwerden sind, mache ich doch gleich weiter. Letztes Wochenende habe ich mir endlich ein Fahrrad gekauft. Das billigste, was der örtliche Supermarkt zu bieten hatte (etwa 20 Euro). Ich gab dem Verkäufer zu verstehen, was ich möchte. Dieser fragte mindestens fünf mal nach, ob ich wirklich dieses Fahrrad kaufen will. Dabei kam ihm dann und wann ein süffisantes Lächeln über die Lippen… Na gut, immerhin handelte es sich um ein Damenrad, doch das war mir schnuppe. Es sollte ja nur drei Monate halten. Ich dachte mir nichts weiter dabei. Kaum verlies ich den Laden mit meiner neuen Errungenschaft, da fing es an zu regnen. Ich hatte aber vorrausschauenderweise auch ein Regencape gekauft und so beschloss ich voller Euphorie trotz Regen die Stadt zu erkunden. Nach etwa zwei Kilometern fing mein Lenker an sich zu verbiegen. Offensichtlich war er nicht fest genug drangeschraubt. Mit etwas Vorsicht konnte ich jedoch noch weiterfahren. Nach weiteren zwei Kilometern brach die linke Pedale ab. Einfach so. Erwähnte ich, dass es immer stärker regnete und stürmte? Nun ja, dies beendete meine kleine Spritztour. Etwas ratlos in einem mir unbekannten Stadtteil überlegte ich, was zu tun sei.
Möglichkeit 1: Das Rad vier Kilometer zurück schieben und versuchen ein kaputtes, verdrecktes, nasses Produkt in einem Laden zurückzugeben, von dem ich nicht wusste, ob es sowas wie ein Rückgaberecht gibt und in dem niemand die englische Sprache spricht..
Möglichkeit 2: Mit dem Taxi nach Hause ins Trockene fahren.
Ich habe das Fahrrad nie wieder gesehen. Ich habe dennoch beschlossen, etwas mehr Geld zu investieren und mir nochmal ein vernünftiges Fahrrad zu kaufen.
Nun zu heiteren Dingen: Ich lerne die Stadt hier immer besser kennen und finde immer wieder schöne Orte. Es gibt hier viele Kanäle. Einer davon ist recht groß und führt geradewegs nach Shanghai. Ich beschloss diesem einen Tag lang zu folgen. An seinen Ufern gab es viele interessante Wohngegenden, Hütten, Häuser und Menschen. Außerdem traf ich auf Mang Niu, aber dazu später mehr…
Hier erstmal ein paar Eindrücke rund um den Kanal:
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Nach einigen Stunden traf ich auf eine Gabelung des Kanals. Inmitten dieser befanden sich zwei Inseln, die durch Brücken mit dem „Festland“ verbunden waren. Dort befanden sich Garten und Tempelanlagen und so etwas wie ursprüngliche Natur, welche ich hier bisher vergebens suchte.
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Ich machte mich daran, die Inseln zu erkunden. Wie ich dort so am Wasser entlanglief, fing eine Bewegung meinen Blick. Dort zappelte etwas im Wasser. Es war ein riesiges Insekt (Wie ich später erfuhr, nennt man es hier Mang Niu). Offensichtlich kam es nicht aus eigener Kraft aus dem Wasser. Als es in meine Reichweite trieb, fischte ich es mit einem Stock heraus. So etwas hatte ich noch nicht in der Natur gesehen. Ohne Fühler war es etwa so lang wie mein kleiner Finger, mit etwa zweimal so lang. Ich lies das Ungetüm am Ufer nieder und beobachtete es eine Weile. Als ich schließlich weiterging, beäugte ich meine Umgebung doppelt so gründlich…
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Was gibt es noch zu berichten? Ich habe auf der Arbeit mit so einigen Sprachbarrieren zu kämpfen. Wenn mir die Sekretärin ein paar Emails über Probleme auf der Baustelle übersetzt (chinesisch ->englisch), kann schon mal sowas dabei herauskommen:
Die Arbeiter, die oben auf den Gerüsten arbeiten, haben ihre „seat belts“ nicht angeschnallt…
Oder auch das rätselhafte „phenomenon of falling objects occured sometimes“,
Ich schätze, sowas passiert, wenn man sich bei Sprachen nur auf das Internet verlässt.
Ach ja, am Freitag war Geburtstag der allseits beliebten Zhōngguó Gòngchǎndǎng, der kommunistischen Partei Chinas. Ich war natürlich vorbereitet: Mit einem Fähnchen in der Hand und einem Lied auf den Lippen trat ich morgens vor die Tür und… Nichts! Niemand sonst schien sich hier dafür zu interessieren. Im Fernsehen dagegen sangen und tanzten sie den ganzen Tag… Merkwürdig. Könnte es etwa sein, dass doch nicht alle Chinesen die Partei von Herzen lieben?
Verkehrsregel der Woche: Wenn dein Vehikel komplett zum Stillstand kommt, gilt das als persönliche Schande. Daher muss dies um jeden Preis verhindert werden. Dazu ist auch rechts überholen, fahren auf Radwegen oder überqueren von Kreuzungen bei rot erlaubt.
Unfallcounter: 5 (Yeah, 2 Wochen keinen Unfall gesehen!)
Hier möchte ich mich für diese Woche verabschieden. Nächstes mal gibt’s nützliche Tipps für die Wolfsjagd in der Mongolei und die wahnwitzige Geschichte über die Kröten im Supermarkt.

Eingestellt von JonInAsia 21:51 Archiviert in China Kommentare (1)

Parkwandeln

Die Klopapierverschwörung...

rain 20 °C

Hallo dort drüben. Auch diese Woche habe ich versucht einige Rätsel der chinesischen Lebensweise zu lösen.
Aber zunächst einmal scheine ich ein großes Rätsel für viele Chinesen zu sein. Obwohl ich mich in einer 3,5 Mio. Stadt befinde und hier sogar in Klamottenläden mit westlichen Gesichtern geworben wird, bin ich doch hie und da eine Attraktion. Dabei reichen die Reaktionen von scheuen Blicken bis hin zu Mitoffenemmundglotzen. Besonders kleine Kinder sind leicht zu beeindrucken. Sie laufen mir teilweise hinterher und wenn ich sie anspreche kriegen sie gaanz große Augen und laufen zurück zu Mama und Baba.
Zuweilen kann das auch unangenehm werden… Ich habe diese Woche einen sehr armen und alten Stadtteil gefunden (siehe Bild).
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Plötzlich schlug der Geruch in der Luft um. Es roch nach Tier, Abfällen und Unrat und alle Blicke waren mir auf einmal sicher. Ich fiel dort auf, wie ein bunter Hund. Chinesen essen Hunde… Was sollte auch ein wai guo ren (ein fremd Land Mensch) in dieser Gegend zu suchen haben. Ich empfand das Fotografieren in diesem Moment als sehr unangenehm und habe mich auf wenige Bilder beschränkt.
Ich habe meine Stadt noch etwas ausgiebiger erkundet und stieß auf eine Tempelanlage mit großem Park. Wiki sagt, es handelt sich dabei um einen Nationalen chinesischen Schwerpunkttempel des Buddhismus auf Han-chinesischem Gebiet. Er ist wirklich sehr groß und angeblich 1000 Jahre alt (auch wenn schon ein paar mal wieder aufgebaut). Ich verbrachte dort und im angrenzenden Hongmei Park einen ganzen Tag. Hat sich wirklich sehr gelohnt, hier noch ein paar optische Eindrücke.
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Irgendwann setzte ich mich mit müden Füßen in den Park an einen Fluss und las ein Buch. Etwa alle Zwei Minuten kam ein Tretboot vorbei und man zeigt auf mich, kicherte und schoss Fotos. Tja, ich schoss zurück!
An einem anderen Tag in einem anderen Park:
Wieder hatte ich meine Füße zuschande gelaufen und suchte etwas Erholung in einem Pavillon an einem See. Nach etwa einer Stunde schlurfte ein alter Mann zu mir. Er setzte sich mir gegenüber und begann zu reden. Ich hörte ihm eine Weile lächelnd zu. Die Sonne ging gerade unter. Ich glaube er erzählte von seiner Familie und von seiner Stadt. Mit Händen, Füßen und meinem spärlichen Chinesisch stieg ich in sein Selbstgespräch ein. Ich muss sagen, es war mit einer der schönsten Abende hier.
Es macht Spaß die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit den Chinesen zu beobachten: Klopapier scheint hier entweder von unschätzbarem Wert zu sein oder es wird als etwas sehr intimes betrachtet… Auf jeden Fall hat hier jeder seine eigene Rolle! Zuerst bemerkte ich es in der ersten Woche hier. Mein Mitbewohner (der immerhin schon einen Monat hier wohnte) hatte kein Klopapier im Badezimmer… Nagut, kann ja mal vorkommen. Ich kaufte also etwas und stellte es in die Nähe der Toilette. Einen Tag später war es weg… Auf der Arbeit dasselbe: Bei den Toiletten gibt es kein Klopapier! Es gibt jemanden im Büro, der ist offiziell „in charge of“ Klopapier. Zu dem muss man also hingehen und nett fragen… Das lässt Spielraum für wilde Theorien… Reglementiert die Regierung die Herstellung? Gibt es eine Klopapier Mafia (oder Jakuza wieauchimmer…)? Warum auch nicht? Jeder ist darauf angewiesen! Wenn ihr mich fragt, eine echte Mafiamarktlücke!
Verkehrsregel der Woche: Hupe wenn du… Im Recht bist, im Unrecht bist, Aufmerksamkeit willst, dich über andere ärgerst, um Leute zu erschrecken und wenn du dich langweilst.
Unfallcounter: 5
Schon so viel Text und noch so viel zu erzählen… Das wird dann wohl auf das nächste mal verschoben. Dann auch die längst überfällige Hund im Büro… äh ich meine Kröten im Supermarkt Story!

Eingestellt von JonInAsia 06:50 Archiviert in China Kommentare (1)

...DAARY

Sonderbare Dinge

overcast 34 °C

Hallo liebe Leser! Hier in China passieren sonderbare Dinge. Ich lerne jeden Tag dazu. Hier mein Bericht.
Aber wo fange ich an? Bei dem Mädchen, dass mich verprügelt hat? Bei der Karaoke Bar, in der ich abgestürzt bin? Oder gleich Vorweg die Krötenstory?
Eins nach dem anderen. Ich war am Sonntag in Shanghai! Wirklich eine fantastische Stadt. Es wirkt, als wäre dort die Architektenweltmeisterschaft im Hochhausbauen ausgetragen worden. Ein Gebäude übertrifft das nächste in Design und Ausgefallenheit. Den Großteil der Zeit habe ich damit verbracht, so viel wie möglich von der Stadt zu sehen. Außerdem war ich bei einem brasilianischen Barbeque und habe gespeist wie ein König: All you can eat Buffet + Bedienung kommt alle 10 Minuten mit frischen Fleisch an deinen Tisch. Ich habe um 12 Uhr gegessen und dann den Rest des Tages nichts mehr runterkriegen können. Fantastisch! Das Nachtleben habe ich nicht miterleben können, da Montag natürlich wieder die Arbeit wartete. Hier ein paar Bilder:

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An einem anderen Abend fragte mich mein philipinischer Kollege, ob ich ihn zur Fußmassage begleiten möchte. Warum nicht? Dachte ich. Sie entpuppte sich dann doch als Ganzkörper- „massage“. Das Mädchen, 21 Jahre jung, sah vielleicht zierlich aus, setzte mich aber mit kräftigen gezielten Schlägen schnell außer gefecht. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, ging sie anschließend in den Ringkampf über. Gekonnt verdrehte sie mir Arme und Beine und ignorierte dabei hartnäckig mein schmerzerfülltes Stöhnen. Nebenbei lief übrigens der Film „The One“ mit Jet Li. Auch dort wurden Leute verhauen, was mir ein wenig Trost spendete. Merkwürdigerweise fühlte ich mich hinterher sehr gut. Werde da wohl noch öfter hingehen.
Zu einem anderen Thema: Ich habe es wirklich versucht! Zwei Wochen lang habe ich auf einer 3 cm dicken Bambusmatte geschlafen, in der Hoffnung, ich könne mich daran gewöhnen. Das Ding ist allerdings härter als jede Isomatte. Nun habe ich es aufgegeben und mir eine Matratze gekauft. Absolut nicht nachvollziehbar, warum das hier so viele Menschen mögen…
Ja, der Abend in der Karaoke Bar… Ich spüre noch in diesem Moment die Nachwirkungen. Es ging los mit einem Essen der Angestellten in einem feinen chinesischen Restaurant. Nachdem ich 7 Stunden nichts gegessen hatte, wurde zuerst großzügig Vodka ausgeschenkt. Dann schrien alle „Ganbai“, was wohl so viel heißt wie „Boden nach oben“. Dementsprechend musste das (halbvolle Sekt-) Glas in einem Zug geleert werden. Damit waren dann die Weichen für den Rest des Abends gestellt… Später ging es dann in besagte Karaoke Bar. Dort hatten wir ein eigenes Hinterzimmer mit Bierflatrate und privater Bedienung. Gut angeheitert habe ich dann auch etwas zum besten gegeben. Anschließend habe ich mich den Trinkspielen der Chinesen angeschlossen. Ich hielt mich ganz gut, bis ich auf IHN traf. Mr Ding. Unschlagbar der Mann. Er schlug mich in fast jedem Spiel. Zum Glück schaffte ich es irgendwann das Handtuch zu werfen.
Jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben… Fortsetzung folgt selbstverständlich.
Verkehrsregel der Woche: Busse stehen über dem Gesetz!
Unfall Counter: 4
Verpasst nächstes mal auf gar keinen Fall die total abgefahrene Geschichte über die Kröten im Supermarkt!

Eingestellt von JonInAsia 06:36 Archiviert in China Kommentare (1)

Albeit Albeit!

Bonjour monsieur...

semi-overcast 28 °C

Guten Tag!
Hier kommt mein zweiter bescheidener Meinungsbeitrag zum fernen Osten.
Nun, was gibt es zu erzählen? Ich habe mich gut eingelebt. Mir bleiben aufgrund der langen Arbeitszeiten immer nur die Abendstunden und der Sonntag um meine Umgebung zu erkunden. Heute habe ich erstmals den Bus benutzt und mir damit einen erheblich größeren Aktionsradius erobert. So einfach ist das hier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht. Nichts ist hier auf englisch beschrieben. Mit etwas Glück vielleicht die Hauptstraßennamen. Bleiben wir doch gleich beim Verkehr:
Es hat da ja jeder mal so Sachen gehört, von wegen viel Verkehr und Chaos in Asien. Ich darf es gerade Hautnah erleben. Das meine ich wörtlich: Um einem Bus zu entgehen holte ich mir eine böse Schramme (aua!) bei dem Versuch, mit einem Metallzaun zu verschmelzen. Von besonderer Heimtücke sind die Scooterfahrer hier. Jeder zweite besitzt so einen. Es scheint Volkssport zu sein, mit eben diesem die Fußgänger zu jagen. Dafür werden ausschließlich Elektroroller verwendet. Denn diese hört auch bis in zwei Meter Entfernung noch nicht. Wer also im Straßenverkehr am tagträumen ist, hat verloren. Wer mich kennt, macht sich an dieser Stelle wahrscheinlich Sorgen. Dazu kann ich leider nur sagen: zurecht.
Bewundernswert ist jedoch die Vielfalt der Fortbewegungsmittel: Es fährt hier alles, was mindestens zwei Räder hat. Dazu zählen auch selbst zusammengeschweiste Blechquader mit Treckermotor oder Fahrräder mit Motor und selbstgebasteltem Bambus-Anprallschutz an den Seiten. Mein Unfallcounter liegt momentan bei 3. Heute bin ich zur Abwechslung nicht mit der Fahrgemeinschaft sondern mit einer Kollegin im Auto zur Arbeit gefahren. Heute morgen eröffnete sie mir, sie bräuchte "practice", da sie ihre Lizenz gerade erst bekommen hat. Stolz erzählte sie, wie sie die erforderlichen Fahrstunden umgangen hat und so den Führerschein in Windeseile in den Händen hielt. Nun ja. Um es positiv auszudrücken: Es waren die spannendsten 25 Minuten meiner Woche.
Heute war auf der Arbeit Cheffe nicht da und die Angestellten beschlossen gemeinschaftlich die Arbeit nach dem Mittagessen zu beenden. Zurecht, wie ich fand, warum auch nicht? Dies gab mir die Gelegenheit, das Stadtzentrum zum ersten mal aufzusuchen. Ich wollte mir eine vernünftige Digicam besorgen. Das Zentrum ist so, wie man sich chinesische Städte vorstellt: überfüllt, laut und chaotisch. Umso schöner war es, einen kleinen Park zu finden, in dem alte Chinesen saßen und karten spielten. Ich lustwandelte einige Zeit und wandte mich dann wieder meiner Aufgabe zu. Schnurstracks ging es in einen Laden namens "IT Mall". Klang gut, fand ich. Empfangen wurde ich von einer Armada von Angestellten. Das Angestellten-Kunden Verhältnis war etwa 4:1. Dementsprechend angenehm viele Blicke verfolgten meine Kamerasuche. Dann hatte ich sie gefunden: Eine Sony Cyper-Shot TX10 sollte es sein. Zum Schnäppchenpreis (?) von 2300 Yuan. Nun waren sie gefragt, meine chinesischen Sprachkünste. Ich fixierte einen Verkäufer und gab ihm in gestottertem Chinesisch zu verstehen, was ich möchte. Anscheinend hatte der Laden gerade neu eröffnet und es gab irgendein tolles Angebot, bei dem ich zur Kamera 10 Dinge gratis dazu bekomme. Da hörte es auf mit Chinesisch... Englisch sprach dort leider auch niemand. Dann wurde jemand gerufen. 'Aha, der Sprachexperte', dachte ich. Es kam ein junger Mann, der gerade der Pubertät entwachsen sein musste. "Bonjour, monsieur!" Wie bitte? "Mon anglais n'est pas tres bon." Ich merk schon... Nunja auf französisch kamen wir dann ins Geschäft.
Morgen werde ich mit einem philipinischen Arbeitskollegen nach Shanghai fahren, bin sehr gespannt.
Jetzt habe ich schon sehr viel geschrieben und möchte diesen Beitrag hier beenden.
Wer wissen möchte, was es denn nun mit den Kröten im Supermarkt auf sich hatte, darf den nächsten Beitrag auf keinen Fall verpassen!
It's gonna be LEGEN... wait for it!

Eingestellt von JonInAsia 05:48 Archiviert in China Kommentare (1)

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