Reise blog von Travellerspoint

Zweite male...

Und Peinlichkeiten

storm 33 °C

Ich habe mal wieder auf mich warten lassen. Ich hoffe ihr bleibt meinem Blog trotzdem treu! Weitere zwei Wochen sind vergangen und ich möchte euch nicht vorenthalten, was hier so passiert. Formalitäten zuerst: Es regnet. Und zwar viel. Trotz Dauergewitter bleiben die Temperaturen über 30°. Irgendwie scheint es den Chinesen aber nicht zu stören. Der Deutsche dagegen (in diesem Fall ich) verwandelt sich nach guten 30 Schritten ohne Aircon zu einer wandelnden Pfütze. Der „Nasszustand“, komme er jetzt aus dem Himmel oder von der Hitze ist also Normalität. Geht’s euch in Deutschland (oder Schweden, Spanien oder WoimmerdugeradebistVicki) auch so?
Aber genug vom Wetter. Vor einiger Zeit haben wir einen mongolischen Arbeitskollegen verabschiedet, da er nun ein anderes Projekt betreut. Dazu trafen wir uns in der Lobby des Fudu Trader Hotels. Was ich nicht wusste, es handelt sich dabei um ein unglaublich feines 5 Sterne Hotel. Manche behaupten, ich mache mir nicht sehr viele Gedanken über mein Outfit. Nunja, das stimmte leider auch diesmal. Mit T-shirt und leicht dreckiger Jeans (von der Baustelle) war ich hoffnungslos underdressed. Mein Glück war, dass sich Westler anscheinend sehr viel erlauben dürfen. Ich wurde also nicht darauf angesprochen oder Ähnliches. Ein komisches Gefühl zwischen den ganzen Anzügen und Hemden war es trotzdem. Es war ein schöner Abend mit Livemusik, Bier und interessanten Gesprächsthemen. Unter anderem lernte ich viel über die Wolfsjagd in der Mongolei. Wie angekündigt, möchte ich diese Tipps auch an euch weitergeben.
Zunächst sollte das Fortbewegungsmittel gewählt werden. Bequeme Menschen bevorzugen hier den Helikopter. Etwas abenteuerlicher wird’s mit dem PKW. Und echtes Jagdfeeling kommt auf dem Rücken eines Pferdes auf. Als Waffe empfiehlt sich ein (in der Mongolei) handelsübliches AK-47 Sturmgewehr. Zu Pferde eignet sich ein Speer mehr.
Nun Zur Tat! Wölfe mit dem Helikopter zu jagen ist nicht sonderlich schwierig. Man fliegt hinterher… und schießt. Angeblich schaffen es einige Wölfe sich hinter Telefonmasten in der mongolischen Steppe zu verstecken und so außer sich zu bleiben.
Mit dem Auto kann man kann man sich einer List bedienen. Wenn man den ungefähren Aufenthaltsort der Wölfe kennt, beginnt man damit, sie in einem weiten Bogen zu umfahren. Man zieht die Kreise um die Wölfe immer enger. Die Tiere werden die Spur des PKW’s nicht überqueren. In diesem Kreis gefangen, kann man sich den Wölfen bis auf Schussweite nähern.
Das Jagen beim Reiten erfordert das meiste Geschick. Zunächst sollte man wissen, dass wenn Wölfe ihre Beute jagen, sie nur von einer Seite attackieren können. Das entspricht etwa dem Links- oder Rechtshänder bei uns Menschen. Es bedeutet also auch, dass ein Wolf auf der Flucht sich nur zur einer Seite (durch beißen) verteidigen kann. Da man selbst und das Pferd natürlich unversehrt bleiben sollen, muss man herausfinden, um welche Seite es sich handelt. Der Wolf wird sich auf der Flucht regelmäßig über die Schulter umsehen. Dies ist also die Seite die man meiden sollte.
Sehr nützliche Tipps, wie ich finde. Also dann: Waldmannsheil!
Ich habe mir letzte Woche zum zweiten mal ein Fahrrad gekauft. Diesmal mit mehr Erfolg. Nach langer erfolgloser Suche nach second-hand bikes habe ich doch wieder ein Fahrrad in einem Supermarkt gekauft. Diesmal habe ich tiefer in die Tasche gegriffen und ein ganz passables Exemplar erstanden (etwa 45 Euro). Natürlich habe ich es auch sofort kreuz und quer durch die Stadt geritten! Ein riesen Spaß! Was man alles dabei zu sehen bekommt, ist fantastisch: Hunderte dicke Libellen, improvisierte Hütten, abenteuerliche Kochstätten, faule, dicke, dünne, nackte, lustige, ernste, alte, junge, faule, geschäftige, arme, noch ärmere, trotzdem glückliche Menschen bei den sonderbarsten Aktivitäten. Habe leider nicht allzu viele Bilder geschossen:
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Nächstes Wochenende geht’s mit dem Rad zum Yangtse! 15 km sind das in etwa. Diesmal etwas ländliche Gebiete.
Ebenfalls zum zweiten mal war ich letzten Sonntag wieder in Shanghai. Wieder unterwegs mit 2 Philipinos. Diesmal bin ich Samstag abend hingefahren und Sonntag abend wieder zurück. Ich hatte ein kleines Hotelzimmer mit allem drum und dran. Der vermeintliche Panoramablick durchs Fenster (an der Wand war ein riesiger Vorhang) entpuppte ich jedoch als… grüne Wand! Wer hängt denn bitte nen Vorhang auf, wenn dahinter kein Fenster ist?! Chinesen sind komisch.
Ich bin jedes mal begeistert von der Stadt. So viel Leben auf den Straßen, so tolle Gebäude… Und wenn es dunkel wird, hat jedes Hochhaus eine individuelle kunterbunte dynamische Beleuchtung, die fröhlich auf dem schmalen Grad zwischen Kitsch, Irrwitz und Schönheit balanciert! Auf jeden Fall ein Blickfang! Tja, was habe ich gemacht… Ich habe mit Straßenhändlern um die Wette gefeilscht, Shanghais berühmte Dumplings gegessen und auf Gottes eigenem Flaschenöffner gewandelt (aka World Financial Center). Außerdem wurde ich ab und zu von kichernden Mädchen vor die Kamera gezerrt. Europäer sind hier halt auch eine Attraktion. Hier ein paar Bilder:
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Zum Schluss möchte ich auf ein Phänomen auf der Baustelle eingehen. Vielmehr war es ein doch sehr sonderbarer Moment: Ich ging meiner Arbeit nach (kraxelte auf der Baustelle durch Stahl und Beton) und kam unverhofft mit einem jungen Chinesen ins Gespräch. Wir redeten über dies und das und natürlich über das Projekt. Auf einmal erriet er, dass ich Deutscher bin. Ich fragte, woher er das wisse. Er darauf, ich sei sehr „handsome“. Wie bitte?! Leicht peinlich berührt brachte ich ein „…ähm… thank you“ heraus. Das Kompliment erwidern erschien mir unpassend. Und tatsächlich, hier und da scheint ein homoerotischer Hauch über die Baustelle zu wehen (siehe Bild).
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Alles natürlich nur Spaß, komisch wars trotzdem :D
Verkehrsregel der Woche: Auf der Linksabbieger Spur lassen sich prima die Trottel überholen, die noch auf das grüne Licht zum geradeausfahren warten (wenn man selbst auch geradeaus fahren will)
Unfallcoounter: 7
Ein Blick auf die Uhr verrät, ich muss dringend ins Bett. Dann werden die Kröten im Supermarkt leider aufs nächste mal verschoben.
Machts gut und bis bald!

Eingestellt von JonInAsia 19.07.2011 08:00 Archiviert in China

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