Reise blog von Travellerspoint

Lebenszeichen

Aus dem Wunderland

storm 30 °C

Endlich habe ich mich mal wieder motivieren können, den Blog weiter zu schreiben. T’schuldigung, dass es etwas länger gedauert hat.
Drei Monate bin ich jetzt hier und die Erlebnisse des letzten müssen nun dringend mal niedergeschrieben werden.
Zunächst einmal ein wenig interkultureller Klamauk: Vor ein paar Wochen, kam mein ehemaliger Mitbewohner für eine Nacht zu Besuch. Wir unterhielten uns eine Weile und irgendwann versuchte ich ihm zu erklären, dass ich ein Hamburger bin. Leider steht das Wort im Chinesischen wie auch im Englischen nicht nur für die Einwohner der Hansestadt, sondern auch für das allseits beliebte Fastfood. Richtig problematisch wird es dann, wenn der Gegenüber nur sehr eingeschränkte Englischsprachkenntnisse besitzt und noch nie etwas von der Stadt gehört hat. Mein Mitbewohner jedenfalls fing an sich ausgiebig darüber zu beömmeln, dass ich aus einer Fleischbrötchenstadt komme…
Nun gut.. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm letztendlich den Sachverhalt ausreichend klar machen konnte. Da er keine Lebensmittel mitbrachte, bot ich ihm zum Frühstück etwas von meinem Müsli an. Neugierig untersuchte er meine Rosinen-Schoko-Crunchies. Sowas hatte er noch nicht gesehen. Er versicherte mir, dass er es am Morgen versuchen werde. Wenig später kam er noch einmal zu mir. Da ich weder Töpfe noch sonstige Kochutensilien in meinem Appartment habe, fragte er sich, wo er das „Müsli“ denn aufkochen könne…

Dann gab es da natürlich ein paar Sonntage, an denen ich mal etwas Auslauf bekam. Einmal ging es in die Nachbarstadt Suzhou. Dort gibt es sehr schöne, alte und traditionelle Stadtteile, die es zu erkunden galt. Die Hin- und Rückfahrt bewältigten meine Begleiterin und ich mittels eines Busreiseunternehmens. Ich war (mal wieder) der einzige waigou ren an Bord und die Reiseleiterin kommentierte meine Anwesenheit öfter als notwendig über das Bordmikrophon. Wir passierten auf der Autobahn einen grässlichen Unfall zwischen zwei LKW’s, der augenscheinlich für den einen Fahrer nicht gut geendet haben kann. Im letzten Monat habe ich allgemein sehr viele Unfälle gesehen inklusive blutüberströmter Menschen… Man kann hier nicht vorsichtig genug sein.
Wir kamen zum Glück heil in der Stadt an. Der alte Stadtteil bestand aus alten und geschichtsträchtigen Gebäuden, zwischen denen sich Kanäle entlangwanden. Für einen kleinen Obolus kann man sich hier von einem chinesischen Gondoliere im Nachthemd durch das Städtchen schippern lassen. Mit etwas Glück fängt er dabei noch an schief zu singen. Wir verzichteten darauf.
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Die schmalen Häusergassen, die traditionellen Dächer und das dichte Menschengedränge vermitteln genau die Kliché-China Atmosphäre, die ich in Changzhou oft vermisse. Zwar wurden die alten Gebäude zumeist von Souvenirhändlern bezogen, doch hie und da fand sich ein echter Kunsthandwerker. Um die brütende Hitze erträglicher zu machen, wurde in vielen Gassen ein feiner Wassernebel versprüht. Eine Outdoor-Klimaanlage sozusagen. In diesem Moment stellte für mich diese Erfindung das Rad, den Buchdruck und das Feuer zusammen in den Schatten.
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Unbenannt-2.jpgUnbenannt-1.jpgDSC01146.jpgDSC01142.jpglarge_DSC01128.jpgDSC01130.jpgDSC01084.jpgDSC01134.jpg
Es gab allerlei Merkwürdiges zu kaufen. Von exotischen Gewürzen über Baby-Schildkröten bis hin zu kunstvollen Keramiken war alles dabei. Nach einem fantastischen Mal in einem kleinen Restaurant im Dachgeschoss und einem Besuch in den angrenzenden Tempelanlagen, kühlten wir uns mit einem Bier in einem Café ab. Das war leider auch schon zu viel für meine 1,60m Begleiterin… Offensichtlich angetrunken musste ich sie auf dem Rückweg zum Bus vor einem unfreiwilligen Bad im Kanal bewahren. Es wurde also noch ein Kliché an diesem Tag erfüllt.
Natürlich ist in den letzten Wochen noch viel mehr passiert, ich möchte damit aber nicht so durchhetzen und hebe es mir für die kommenden Beiträge. Ich bemühe mich redlich den Blog öfter zu pflegen!
Es bleibt aber nun endlich noch etwas Zeit für die Kröten im Supermarkt:
Als ich in der ersten Woche hier den örtlichen Supermarkt betrat, ahnte ich nichts böses. Ich kam in den Eingangsbereich und…
Oh, die Wäsche ist fertig. Werde die Geschichte nächstes mal fortführen.
Verkehrsregel der Woche: Wenn an einer mittelgroßen Kreuzung eine Ampel, vier Polizisten und vier Verkehrsordner den Verkehr regeln ist das noch lange kein Grund nicht die Abkürzung über den Fußgängerweg zu nehmen.
Unfallcounter: 13
Viele Grüße und bis zum nächsten mal!

Eingestellt von JonInAsia 06:28 Archiviert in China

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